Der Tod eines nahestehenden Menschen ist eine schwere Zeit. Wenn der Todesfall im Ausland eingetreten ist oder der Verstorbene Vermögen in einem anderen Land hatte, kommen zur Trauer oft komplizierte Formalitäten hinzu. Eine der ersten Fragen lautet dann: Muss die Sterbeurkunde übersetzt werden, und wenn ja, wie?

In den meisten Fällen verlangen deutsche Behörden, Gerichte und Banken eine beglaubigte Übersetzung ausländischer Sterbeurkunden. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Schritte und hilft, unnötige Verzögerungen zu vermeiden.

Wann eine Übersetzung nötig ist

Eine übersetzte Sterbeurkunde wird in vielen Situationen gebraucht. Das Nachlassgericht benötigt sie für die Ausstellung eines Erbscheins. Banken und Versicherungen verlangen sie, um Konten aufzulösen oder Lebensversicherungen auszuzahlen. Die Rentenversicherung braucht sie für Hinterbliebenenrenten. Das Standesamt kann sie für die Beurkundung im deutschen Sterberegister anfordern. Auch Arbeitgeber, Vermieter und Behörden im Ausland können eine Übersetzung verlangen, wenn die Urkunde aus Deutschland stammt.

Beglaubigte Übersetzung statt einfacher Übersetzung

Für amtliche Zwecke reicht eine einfache Übersetzung nicht aus. Sie muss von einem in Deutschland gerichtlich ermächtigten Übersetzer angefertigt werden, der die Richtigkeit mit Stempel und Unterschrift bestätigt. Ein vereidigter Übersetzer für die Sterbeurkunde überträgt das Dokument vollständig, einschließlich aller Stempel, Siegel und handschriftlichen Vermerke.

Sterbeurkunde und Totenschein

Nicht verwechseln sollte man die Sterbeurkunde mit dem Totenschein. Der Totenschein, auch Leichenschauschein genannt, wird vom Arzt ausgestellt und enthält medizinische Angaben zur Todesursache. Die Sterbeurkunde wird vom Standesamt oder der zuständigen Behörde ausgestellt und dokumentiert den Tod amtlich. In manchen Fällen, etwa bei Versicherungen oder bei der Überführung, wird auch eine beglaubigte Übersetzung des Totenscheins benötigt.

Internationale Sterbeurkunden

Innerhalb Europas gibt es mehrsprachige Formulare für Personenstandsurkunden, die nach dem CIEC-Übereinkommen ausgestellt werden. Eine solche internationale Sterbeurkunde enthält Feldbezeichnungen in mehreren Sprachen und wird oft ohne weitere Übersetzung anerkannt. Fragen Sie im Ausstellungsland nach, ob ein solches Formular erhältlich ist. Das kann Zeit und Kosten sparen.

Apostille und Legalisation

Je nach Herkunftsland verlangen deutsche Stellen eine Apostille oder eine Legalisation der ausländischen Sterbeurkunde. Die Apostille wird im Ausstellungsland angebracht und bestätigt die Echtheit des Dokuments. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Apostille, dann Übersetzung, damit die Apostille mitübersetzt wird.

Erbschaft und Nachlass

Besonders viele Dokumente fallen im Erbfall an. Neben der Sterbeurkunde werden oft Geburts- und Heiratsurkunden der Erben, letztwillige Verfügungen, Grundbuchauszüge und Kontoauszüge benötigt, teilweise aus mehreren Ländern. Viele Familien mit Wurzeln in Osteuropa brauchen dabei einen erfahrenen Übersetzer Deutsch Russisch, weil Urkunden aus Russland, der Ukraine oder Kasachstan häufig auf Russisch ausgestellt sind. Allgemeine Informationen zum Erbrecht in Deutschland bietet das Bundesministerium der Justiz.

Überführung und Bestattung

Stirbt ein Mensch im Ausland und soll in Deutschland bestattet werden, sind für die Überführung zahlreiche Dokumente nötig: Sterbeurkunde, Totenschein, Leichenpass und Genehmigungen der örtlichen Behörden. Bestattungsunternehmen kümmern sich um vieles, doch die Übersetzung der Unterlagen liegt oft bei den Angehörigen. Umgekehrt verlangen ausländische Behörden bei einer Überführung aus Deutschland übersetzte deutsche Dokumente. In solchen Fällen ist Schnelligkeit wichtig, und viele Übersetzungsbüros bieten dafür einen Eilservice an, bei dem die Übersetzung vorab als PDF geschickt wird.

Wenn mehrere Länder beteiligt sind

Hatte der Verstorbene Konten, Immobilien oder Rentenansprüche in mehreren Ländern, müssen die Unterlagen oft in mehrere Sprachen übersetzt werden. Eine sorgfältige Planung hilft: Klären Sie zuerst, welche Stellen welche Nachweise brauchen, und bestellen Sie dann alle Übersetzungen gebündelt. So bleiben Namen, Daten und Orte in allen Fassungen einheitlich.

Einfühlsamer Service

Wer eine Sterbeurkunde übersetzen lassen muss, befindet sich in einer belastenden Lebenssituation. Ein guter Übersetzungsdienst erklärt die Schritte verständlich, arbeitet zügig und beantwortet Fragen geduldig. Auch das gehört zu einer professionellen Dienstleistung.

Lokale Ansprechpartner

Manche Angehörige möchten Unterlagen lieber persönlich abgeben oder die Übersetzung selbst abholen. In größeren Städten gibt es dafür Übersetzungsbüros mit Kundenservice vor Ort, etwa ein Übersetzungsbüro München, Hamburg oder Frankfurt. Die meisten Aufträge lassen sich aber ebenso bequem online erledigen.

So gehen Sie vor

  • Klären Sie, welche Stelle die Übersetzung verlangt und in welcher Form
  • Prüfen Sie, ob eine Apostille oder internationale Urkunde nötig ist
  • Scannen Sie alle Seiten der Urkunde vollständig und gut lesbar
  • Legen Sie eine Kopie des Passes des Verstorbenen bei, falls vorhanden
  • Bestellen Sie gleich mehrere Exemplare, wenn mehrere Stellen die Übersetzung benötigen

Datenschutz und Diskretion

Sterbeurkunden und Totenscheine enthalten persönliche und teilweise medizinische Informationen. Ein seriöser Dienstleister behandelt diese vertraulich und löscht die Dateien nach Abschluss des Auftrags auf Wunsch. Fragen Sie ruhig nach, wie mit Ihren Unterlagen umgegangen wird, bevor Sie diese hochladen.

Kosten und Dauer

Die beglaubigte Übersetzung einer Sterbeurkunde wird meist zu einem Festpreis angeboten. Für gängige Sprachen ist sie in wenigen Werktagen fertig, zuzüglich Postversand. Bei seltenen Sprachen oder handschriftlichen Urkunden kann es etwas länger dauern.

Bei PoliLingua können Sie die beglaubigte Übersetzung Ihrer Sterbeurkunde einfach online beauftragen. Ermächtigte Übersetzer bearbeiten Urkunden in zahlreichen Sprachen.

Fazit

In einer schwierigen Zeit sollten Formalitäten nicht zusätzlich belasten. Mit einer vollständigen, beglaubigten Übersetzung der Sterbeurkunde lassen sich Nachlass, Versicherungen und Behördengänge deutlich einfacher regeln.